Berichte


10.07.2010

Albstadt Bike Marathon II

Sommer, Sonne, Sonnenschein…

Nach einem langen, harten und entbehrungsreichen stahlkalten Winter, kommt derzeit der Sommer mindestens genauso dick und beschert uns endlich wieder richtig Sommer, wie er angeblich früher immer war.

Für den typischen Badegast in Freibädern und an den stilleren Baggerseen ist es Traumwetter, für Landwirte kritisches Wetter, für Eisdielen- und Getränkemarktbesitzer Rekordumsatzwetter.

Für uns Radfahrer ist es bei 36° nicht mehr ganz optimal, die heiße Luft lässt sich nur schwer in die vom Staub verstopften Lungen saugen, das Haupthaar gleicht eher einem Strohballen kurz vor der Selbstentzündung, die Augen kratzen in der Nacht, die Füße brennen in den Radschuhen. Doch sind wir doch mal ehrlich, gibt es was Besseres als in einer riesen Staubwolke in Höchstgeschwindigkeit über das Hochplateau der Schwäbischen Alb zu jagen? Es gibt was Besseres! Die Gewissheit nach der Tortur ein kaltes Bad nehmen zu können, ein Bier schlürfen zu dürfen und in den Genuß der angenehmen „Kühle“ der spärlichen verteilten Schatten zu kommen.

So haben sich am letzten Samstag in Albstadt bei brütender Hitze 3300 wagemutige MountainbikerInnen versammelt um die 86km lange Hatz in Angriff zu nehmen. Aufgrund das Rennen wurde wie immer direkt am ersten langen Straßenanstieg schnell gefahren, ich nahm mir vor flott zu fahren, mir aber nicht gleich den Beton in die Beine fließen zu lassen. So fuhr ich die ersten 30km in einer 4h Zielzeitgruppe und beschloß erst später ein wenig weiter nach vorne aufzuschließen. Ich hatte das große Glück, mit etwas „älteren“ Fahrern unterwegs gewesen zu sein, die nicht gleich von Anfang an das Ausscheidungfahren eröffneten. So fuhr ich im höheren G2 Bereich die Strecke ab, hatte an den steilen Rampen die Ruhe für mich reserviert und strampelte in kleinen Gängen spritsparend auch diese hoch. Nach einem kleinen Patzer von mir bei der dritten Verpflegung als ich meinen Bruder Nico verpasste musste ich rund 45min ohne Flasche fahren und verlor so einiges  an Reserven für den späteren Teil des Rennens. Hier musste ich meine Gruppe ziehen lassen und versuchte das Rennen souverän zu Ende zu fahren.

Als ich in der letzten Abfahrt die Straßen nach Albstadt herunter fuhr rechnete ich mit einer Zielzeit von 3h45-3h50, da mir das angeschlagene Tempo zwischendurch doch sehr angenehm vorkam. Als ich die Uhr mit 3h36 erblickte atmete ich erleichtert auf, die gleiche Zeit wie vor zwei Jahren, bei größerer Hitze und wesentlich weniger Anstrengung.

Mit diesem Ergebnis kann ich durchaus sehr zufrieden sein und freue mich nun auf die 12h im Zweierteam in Külsheim mit Mr. W. am nächsten Samstag und den Badetag am morgigen Sonntag, hier werde auch ich dazu beitragen den Getränke und Eisumsatz enorm zu steigern.


Philip

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